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Krampusbrauch


Die bayerischen Ethnologen, Dietz-Rüdiger Moser und Hans Schuhladen, zeigten aus historischen Quellen den Wandel der Krampusläufe auf. Im Mittelalter forderte die Kirche religiöses Predigttheater und tolerierte die daraus entstehenden Bräuche. Die Vorläufer der heutigen Krampusse waren, unter dem Namen „Teufel“, die Begleiter des Nikolausspieles.

Seit dem 17. Jahrhundert traten sie langsam aus dem religiösen Kirchen- und Stubenspiel heraus und formierten sich langsam zu einem neuen Genre, vorerst über komische und bedrohliche Teufels- szenen im Spiel. Doch bis in unser Jahrhundert traten sie immer noch unter dem Namen Teufel mit dem Nikolaus auf.

Vom 17. Jahrhundert an wurden solche Volks- bräuche immer häufiger von kirchlicher und weltlicher Obrigkeit verboten. Man hielt sie für unzeitgemäß und sah in ihnen Anlass für ungehörige Späße, Streitigkeiten und Unmoral. Früher waren nämlich die Krampusse auch ein Element der sozialen Kontrolle. Sie rügten die Sitten der Bevölkerung, zeigten ungehörige Liebesaffären auf und bestraften geizige Bäuerinnen und zu strenge Dienstherren. Oft stellten sie auch der Obrigkeit „die Rute ins Fenster“, sodaß Aufstände befürchtet wurden. Im Zeitalter der Aufklärung sah man in diesen Bräuchen einen Ausdruck der Unbildung des Volkes, sowie eine Untergrabung von Sitte und Ordnung, und Kaiser Josef II., und in der Folge der Salzburger Erzbischof Hieronimus Colloredo, erließen strenge Verbote. Doch, wie viele Anzeigen und Verbote zeigen, fanden die Bräuche weiter statt und wandelten sich stetig und verschwanden schließlich ganz. Um 1900 dann, entdeckten und überformten volkloristische, soziale und wirtschaftliche Bestrebungen die Bräuche wiederum. Man sieht, dass jede Epoche ihre eigene Form gefunden hat, und ihre eigenen Sehnsüchte, Meinungen und Herleitungswünsche hineinlegte.

Die Krampusse sind männliche Teufelsgestalten, die zwischen dem 1. November und 23. Dezember auftreten. Sie tragen Kostüme aus Schaf- oder Ziegenfellen und Ledergürtel mit großen Glocken. Die großen, oft kostbaren Holzmasken zeigen teuflische oder animalische Züge. Hörner von Ziegen, Schafböcken, Kühen, selten sogar kostbare von Steinböcken, krönen die Masken. Mit Ketten und Peitschen bewaffnet rasseln die Krampusse und schlagen wild um sich. Die Krampusspassen sind eine grölende, drohende und fauchende Meute, die jeweils immer unerwartet und plötzlich auftaucht, durch die Gassen rast und ebenso schnell wieder verschwindet. Heute präsentiert sich dieser Brauch in vielerlei Gestalt. Seine Pole sind Traditionspflege und Kommerz und dazwischen liegen atavistische Sehnsüchte, Vergnügen der Jugendlichen, Publikumsbelustigung und touristisches Spektakel. Früher war das Auftreten der Krampusse an den hl. Nikolaus gebunden, die Masken überschritten kaum die natürliche Körpergröße, die Kostüme waren aus Stoff, Fell, Papier und Papiermasche`. Heute schließen sich Burschen zu volkloristischen, wie kommerziellen Krampusspassen in Vereinen zusammen. Es gibt sogar Wettbewerbe für besonders prächtige „echte“ oder groteske Masken.

Jugendliche haben große Freude an diesem Spiel und sogar kleine Buben laufen als Kramperl durch die Gassen und Strassen, läuten die Glocken und erschrecken die Passanten. Es gehört zu diesen Spiel, dass das Publikum – besonders die jungen Mädchen – die Krampusse neckt und verspottet und dann kreischend und schreiend davonläuft, wenn diese drohen und um sich schlagen.